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 Betreff des Beitrags: Barrierefreiheit in anderen Städten
BeitragVerfasst: 1. Juni 2011, 15:03 
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Bekanntermaßen ist Karlsruhe in sachen barrierefreiheit sehr weit abgeschlagen. Glaubt man den Verantwortlichen bei der AVG/VBK dann liegt das an der bösen Landesregierung die keine Gelder bereitstellt (was aber für die anderen Betriebe auch gelten würde) und auch sehr oft daran dass in der Stadt mit den wohl breitetsen Straßen in BaWü einfach kein Platz für barrierefreiheit wäre. So wurde z.B. begründet dass am Entenfang keine Hochbahnsteige entsehen könnten.
Wer andere Städte kennt der weiß eigendlich dass diese mit sehr viel wiedrigeren bedingungen fertig werden müssen/mussten um ihre Bahnsteige Barrierefrei zu bekommen. Darum möchte ich jetzt hier dazu aufrufen solche Fälle hier einzustellen um so aufzuzeigen dass es neben den genannten Einschränkungen (Geld und Platz) auch noch eine dritte gibt:
Mangelndes interesse.

Als erstes möchte ich mal ein Beispiel aus Köln zeigen:
Dort haben alle neueren DFI (auch an Bushaltestellen) einen kleinen Taster der die DFI vorliest:
http://www.youtube.com/watch?v=cL2rd-TqyMM
Für Blinde ein nicht ganz uninteressanter Zusatz.

In der Innenstadt wird beim erreichen einer Bahn an der Haltestelle noch mal automatisch die Linie und das Ziel angesagt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Barrierefreiheit in anderen Städten
BeitragVerfasst: 1. Juni 2011, 19:46 
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Mit Ruhm bekleckert hat man sich da in der Tat nicht. Allerdings gab es ja vor den Finanzkürzungen auch eine Art Umbauprogramm, das ja eigentlich auch so angekündigt wurde, als ob sofort gebaut werden würde (Ebertstraße, Untermühlstraße, die 5 in Rintheim mitsamt der Verlängerung zum Hirtenweg, die restlichen Haltestellen in der Waldstadt), dass dann auf einmal in der Versenkung verschwunden ist. Das einzige, was verwirklicht wurde, ist ja die 1 vom Weinbrennerplatz nach Oberreut. Seitdem ist es aber in der Tat ziemlich still darum geworden, mal sehen, ob die Umbauten am Kühlen Krug und in der Karlstraße ein gutes Zeichen sind.

Was den Entenfang angeht, als (Noch-)Nichtfachmann würde ich die Breite auch nicht als unüberwindliches Hindernis sehen, auch wenn man vielleicht ein bisschen rücken müsste, weil durch den Hochbahnsteig die Bahnsteigkante etwas weiter weg (25 cm) vom Gleis wandert.
Problematischer ist meiner Meinung nach die Länge, da braucht man durch die Rampen, 12 m (wenn ich richtig gemessen habe) mehr Bahnsteiglänge zwischen den Fußgängerüberwegen an den Bahnsteigenden. Im Süden beißen sich die Rampen eventuell auch noch etwas mit den Weichen, und im Norden kommt man dann auf der Ausfahrt für die Busse an. Die kann man auch noch verschieben, aber dann muss man den angrenzenden Fußgängerüberweg und die Wendespur für Autos auch noch mitverschieben. Im schlimmsten Fall wäre auch noch die Kurve am Nordende ein Problem, kann ich aber nicht abschätzen.
Vielleicht hätte man mit dem entsprechenden Willen das während der Bauarbeiten damals auch noch unterbringen können, vielleicht auch nicht, ist ja nur Spekulation.

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 Betreff des Beitrags: Re: Barrierefreiheit in anderen Städten
BeitragVerfasst: 2. Juni 2011, 00:12 
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Jan hat geschrieben:
Allerdings gab es ja vor den Finanzkürzungen auch eine Art Umbauprogramm, das ja eigentlich auch so angekündigt wurde, als ob sofort gebaut werden würde (Ebertstraße, Untermühlstraße, die 5 in Rintheim mitsamt der Verlängerung zum Hirtenweg, die restlichen Haltestellen in der Waldstadt), dass dann auf einmal in der Versenkung verschwunden ist.

Gut, andere Städte bauen auch noch Haltetsellen aus. Und wegen der Widerstände die es eventuell gibt wird andernorts viel mehr durchsetzungsvermögen gezeigt:
In Stuttgart ging man sogar mal soweit zu drohen dass ganze Haltetsellen ersatzlos aufgegeben würden...

Jan hat geschrieben:
Was den Entenfang angeht, als (Noch-)Nichtfachmann würde ich die Breite auch nicht als unüberwindliches Hindernis sehen, auch wenn man vielleicht ein bisschen rücken müsste, weil durch den Hochbahnsteig die Bahnsteigkante etwas weiter weg (25 cm) vom Gleis wandert.

Die Breite der Bahnsteige scheint das entscheidene Problem zu sein.
Aber wenn man sich mal so andere Städte anschaut dann sieht man dass durchaus schmalere bahnsteige barrierefrei umgebaut wurden:
http://www.panoramio.com/user/5955728/t ... eigbreiten

Jan hat geschrieben:
Problematischer ist meiner Meinung nach die Länge, da braucht man durch die Rampen, 12 m (wenn ich richtig gemessen habe) mehr Bahnsteiglänge zwischen den Fußgängerüberwegen an den Bahnsteigenden.

Zur Not hätten es dort auch kleine Kamelbuckel getan wo eben nur an den ersten beiden Türen in eine Nf-Tram eingestiegen werden kann.


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 Betreff des Beitrags: Re: Barrierefreiheit in anderen Städten
BeitragVerfasst: 2. Juni 2011, 14:56 
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glx hat geschrieben:
Darum möchte ich jetzt hier dazu aufrufen solche Fälle hier einzustellen um so aufzuzeigen dass es neben den genannten Einschränkungen (Geld und Platz) auch noch eine dritte gibt:
Mangelndes interesse.

In Heidelberg gibt es noch eine vierte Einschränkung: Bauschutz.

Konkret werden am Bismarckplatz seit längerer Zeit Bahnsteige gefordert. Dagegen wird eingewendet:
- der komplette Bismarckplatz müßte umgebaut werden => kostet zuviel
- die Wege quer über den Platz werden behindert, und außerdem müßten Kurven gestreckt werden => kein Platz
- "geht doch auch so" => kein Interesse
- der komplette Platz wurde von einem Architekten designt => der will keine Änderungen an seinem Design

Die Kompromißlösung, die gerade in diesen Wochen jetzt hochgezogen wird, sind auf beiden Seiten der Haltestelle je ein 6 Meter langes Bahnsteigpodest, das so gelegt wird daß die Straßenbahnen es mit der mittlersten Tür anfahren.

glx hat geschrieben:
Aber wenn man sich mal so andere Städte anschaut dann sieht man dass durchaus schmalere bahnsteige barrierefrei umgebaut wurden:

Sandhofen ist in der Liste nicht so passend, da es sich um einen Komplettneubau handelt - die Haltestelle lag vorher woanders. Der enge Mittelbahnsteig ist dazu auch nur ein "Notbahnsteig", und wird nicht im Regelverkehr benutzt. Der Außenbahnsteig ist rund 2 Meter breit, und dient auf der Außenseite auch gleich noch für zwei Busbuchten in Gegenrichtung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Barrierefreiheit in anderen Städten
BeitragVerfasst: 2. Juni 2011, 15:22 
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kato hat geschrieben:
Heidelberg

Gut, dafür hat man es aber z.B. am Römerkeis Süd geschafft einen zumindest halbhohen hochbahnsteig hinzubekommen und den über die automatischen Rampen an den Fahrzeugen (sofern vorhanden) barrierefrei gemacht. Sowas fehlt in KA auch.
Eine deutliche verbesserung der brarierefreiheit könnte ich mir auch vorstellen wenn man die heutigen Schiebtritte, zumindest an der ersten Türe, durch eine Medirampe ersetzen würde. OK, man müsste klären inwieweit man die vorhendenen fahrzeuge umbauen kann, aber die neuen NF-ler sollten eigendlich gleich so lieferbar sein. Aber auch solchen einstiegshilfen (oder z.B. auch überfahrbrücken wie im 423/425.2/4 oder bei der freiburger Straßenbahn) verweigern sich die AVG/VBK leider mit der Begründung dass dies ja nur eine Notlöung wäre und ein Hochbahnsteig doch besser wäre. :roll:
Ich würde auf jeden Fall mal vermuten dass eine Medirampe in etwa den gleichen Wartungsaufwand erfordern würde wie die klassischen Schiebtritte, man müsste allerdings eine zwischenstufe in die Medirampe einbauen dass sie nicht am Hochbahnsteig komplett ausfährt...

kato hat geschrieben:
Sandhofen ist in der Liste nicht so passend, da es sich um einen Komplettneubau handelt - die Haltestelle lag vorher woanders. Der enge Mittelbahnsteig ist dazu auch nur ein "Notbahnsteig", und wird nicht im Regelverkehr benutzt. Der Außenbahnsteig ist rund 2 Meter breit, und dient auf der Außenseite auch gleich noch für zwei Busbuchten in Gegenrichtung.

Klar, das ist ein Neubau und selbst dort hat man das so gebaut. Das macht die Sache m.E. sogar noch passender da ja ein Umbau auf den Bestand rücksicht nehmen muss, ein Neubau aber nicht sooo sehr.


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 Betreff des Beitrags: Re: Barrierefreiheit in anderen Städten
BeitragVerfasst: 2. Juni 2011, 22:15 
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Registriert: 4. Mai 2011, 21:38
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glx hat geschrieben:
Gut, dafür hat man es aber z.B. am Römerkeis Süd geschafft einen zumindest halbhohen hochbahnsteig hinzubekommen und den über die automatischen Rampen an den Fahrzeugen (sofern vorhanden) barrierefrei gemacht.

Mit den "halbhohen" Bahnsteigen denkst du übrigens glaube ich eher an die 20cm-Bahnsteige in der Bergheimer Straße, die in den 90ern gebaut wurden. Alle neueren Bahnsteige in Heidelberg haben "Vollhöhe" von 30cm, d.h. genau auf Bodenhöhe von RNV6, RNV8 und MGT6D (und vom Niederflurteil der M8C-Nf). Beim Römerkreis Süd - und vielen anderen neuen - haben sies dafür geschafft genau in die Mitte des Bahnsteigs eine Absenkung zu setzen (wegen Ausfahrt).

Die automatischen Rampen an den Heidelberger RNV8ZR sind ein Graus. Die sind nämlich nur als Überfahrhilfen für Hochbahnsteige geeignet, nicht zum Einsteigen von niedrigerer Position (Straßenhöhe o.ä.). Alle anderen Straßenbahnen der Bombardier-Flotte in Rhein-Neckar haben wesentlich brauchbarere manuelle Klapprampen, mit denen Rollstuhlfahrer auch von so was rein kommen. Die GT6N/GT8N in MA/LU haben die automatische Ausfahrrampen-Version hiervon, die aber eher selten funktioniert.

(die Rampendiskussion hatten wir beide aber schon mal in einem anderen Forum, glaube ich ;-) )

glx hat geschrieben:
Klar, das ist ein Neubau und selbst dort hat man das so gebaut. Das macht die Sache m.E. sogar noch passender da ja ein Umbau auf den Bestand rücksicht nehmen muss, ein Neubau aber nicht sooo sehr.

Wie gesagt, das ist ein "Notbahnsteig". Der wird eigentlich nur für außerplanmäßige Fahrzeuge genommen (Sonderfahrten etc).

In Heidelberg wurden letztes Jahr zwei Haltestellen verbreitert - weil man sich nicht mit nem Kinderwagen (oder 100 Schülern) drauf stellen konnte. Bei beiden wurde auf den Umbau zum Hochbahnsteig verzichtet - denn "das machen wir dann wenn wir die Uni-Straßenbahn bauen, da brauchen wir ja jetzt nicht so viel Geld ausgeben".


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 Betreff des Beitrags: Re: Barrierefreiheit in anderen Städten
BeitragVerfasst: 2. Juni 2011, 22:52 
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Beiträge: 1459
kato hat geschrieben:
Mit den "halbhohen" Bahnsteigen denkst du übrigens glaube ich eher an die 20cm-Bahnsteige in der Bergheimer Straße, die in den 90ern gebaut wurden. Alle neueren Bahnsteige in Heidelberg haben "Vollhöhe" von 30cm, d.h. genau auf Bodenhöhe von RNV6, RNV8 und MGT6D (und vom Niederflurteil der M8C-Nf).


Ich bin mir relativ sicher dass Römerkreis Süd keine 30cm hoch ist.

kato hat geschrieben:
Die automatischen Rampen an den Heidelberger RNV8ZR sind ein Graus. Die sind nämlich nur als Überfahrhilfen für Hochbahnsteige geeignet, nicht zum Einsteigen von niedrigerer Position (Straßenhöhe o.ä.).

Das wäre in KA nicht das hauptproblem da ja meist doch Bahnsteige vorhanden sind, nur nicht in der richtigen Höhe. In Augsburg sind die Bahnsteige IMMER sehr niedrig, selbst auf den neueren Strecken und die Medirampen funktionieren.

kato hat geschrieben:
Alle anderen Straßenbahnen der Bombardier-Flotte in Rhein-Neckar haben wesentlich brauchbarere manuelle Klapprampen, mit denen Rollstuhlfahrer auch von so was rein kommen.

Ich wäre auch eher ein Fan von Klapprampen, doch dies beißt sich warscheinlich mit den Schiebtritt.

kato hat geschrieben:
Die GT6N/GT8N in MA/LU haben die automatische Ausfahrrampen-Version hiervon, die aber eher selten funktioniert.

Wie gesagt, in KA muss ja auch der Schiebtritt in Schuss gehalten werden und der ist ja eigendlich auch nur eine kurze Medirampe die nicht nach unten klappt.

kato hat geschrieben:
(die Rampendiskussion hatten wir beide aber schon mal in einem anderen Forum, glaube ich ;-) )

Ich kann mich nur noch an eine Rampendiskusion mit Trainlifen erinnern (die 3m breite Bahnsteige brauchen) ;-)

kato hat geschrieben:
Wie gesagt, das ist ein "Notbahnsteig". Der wird eigentlich nur für außerplanmäßige Fahrzeuge genommen (Sonderfahrten etc).

Er muss aber trotzdem die technischen Mindestanforderungen erfüllen und darum geht es mir.
Es wird in karlsruhe des öfteren behauptet ein barrierefreier Bahnsteig würde schärferen Bestimmungen, z.B. in Sachen Breite, unterliegen als ein normaler Bahnsteig, dies scheint aber nicht gegeben zu sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Barrierefreiheit in anderen Städten
BeitragVerfasst: 3. Juni 2011, 22:50 
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Registriert: 4. Mai 2011, 21:38
Beiträge: 58
glx hat geschrieben:
Es wird in karlsruhe des öfteren behauptet ein barrierefreier Bahnsteig würde schärferen Bestimmungen, z.B. in Sachen Breite, unterliegen als ein normaler Bahnsteig, dies scheint aber nicht gegeben zu sein.


Naja, es gäbe da schon was.

Checkliste D1 der Architektenkammer Baden-Württemberg - Außenanlagen öffentlicher Räume und mit Publikumsverkehr, basierend auf DIN-Normen. In Teil 1 (Verkehrsflächen / Bewegungsflächen) gibt es den Punkt: "t >= 250cm entlang von Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel". Hiermit sind Bahnsteige gemeint.

Argumentativ kann man den Notbahnsteig in Sandhofen als Haltestelle eines nichtöffentlichen Verkehrsmittels betrachten - folglich unterläge er nicht dieser Forderung.


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