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 Betreff des Beitrags: Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe
BeitragVerfasst: 1. November 2011, 17:44 
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Zitat:
31. Oktober 2011
Verkehrsentwicklungsplan soll Fokus auf Stadtverträglichkeit legen

Planungsausschuss diskutierte Ausrichtung des Integrierten Handlungskonzepts

Im Juli hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums zum Verkehrsentwicklungsplan (VEP) darauf verständigt, dass sich die Entwicklung des Karlsruher Verkehrssystems im Wesentlichen am so genannten Szenario 2 orientieren soll mit Fokus auf Stadtverträglichkeit und Quartiersentlastung. Die beiden anderen Szenarien - die den Schwerpunkt deutlich entweder auf den Kfz-Verkehr oder die Umwelt legen - boten sich für die Vertreterinnen und Vertreter von über 40 Institutionen und Interessengruppen nicht als Basis für einen Konsens an. Sie hatten in den letzten zwei Jahren an vier Abenden gemeinsam mit der von der Stadt beauftragten Ingenieurgesellschaft Habermehl+­Follmann an diesem Projekt des Karlsruher Masterplans 2015 gearbeitet. Die Ingenieurgesellschaft hat die jeweiligen Erkenntnisse aufbereitet, in der städtischen Projekt-AG rückgekoppelt und am Donnerstag (27. Oktober) nun dem gemeinderätlichen Planungsausschuss einen Zwischenbericht über den bisherigen Prozess vorgelegt.

Nach Diskussion in nichtöffentlicher Sitzung unter Leitung von Bürgermeister Michael Obert stimmte das Gremium mehrheitlich zu, die Konkretisierung des VEP am Szenarium 2 auszurichten. Dieses setzt auf die Förderung des Umweltverbundes mit ÖPNV, Radfahrer- und Fußwegenetz. Der Kfz-Verkehr soll ohne wesentliche Restriktionen verringert werden bei einem nur reduzierten Ausbau des Straßennetzes und Umbau ausgewählter Quartiersstraßen.

Der Planungsausschuss beauftragte die Ingenieurgesellschaft, mit diesem Orientierungsrahmen im nächsten Bearbeitungsschritt Einzelkonzepte auszuarbeiten, aus denen dann das Integrierte Handlungskonzept abgeleitet wird. Die Überlagerung der Einzelkonzepte für die verschiedenen Verkehrsträger wird potentielle Konfliktpunkte zwischen den Maßnahmen der verschiedenen Einzelkonzepte ergeben, die dann im Einzelnen abgewogen werden müssen. Da das Integrierte Handlungskonzept den Schwerpunkt auf Stadtverträglichkeit und Quartiersentlastung legt, sollen umweltverträgliche Lösungen unter Sicherung einer Mindestqualität für den Kfz-Verkehr angestrebt werden. Der Konzept-Entwurf wird beim nächsten VEP-Forum im Frühjahr vorgestellt, anschließend befasst sich der Planungsausschuss erneut mit dem Thema.

Der Prozess zur Entwicklung des VEP wird im Internet der Stadt unter http://www.karlsruhe.de/b3/verkehr/verkehrsentwicklung dokumentiert.


Quelle: http://presse.karlsruhe.de/db/meldungen ... 2011-09-02

Damit wird ja eigendlich die schon heute verfolgte Linie der Stadt weitergeführt, oder?

Das Szenario 2 sieht so aus:

Zitat:
Szenario 2 mit Focus einer weitest­­ge­hen­­den Stadt- und Sozial­­ver­träg­lich­keit für die Bewoh­­ne­rin­­nen und Bewohner der Stadt Karlsruhe

Die Stadt Karlsruhe setzt auf eine stadt- und sozial­­ver­träg­li­chere Abwicklung des Gesam­t­­ver­kehrs und den weitge­hen­­den Schutz der ansässigen Bevöl­ke­rung vor den negativen Wirkungen des Verkehrs, insbe­­son­­dere des Autover­­kehrs. Kinder, Jugend­li­che und ältere Menschen, die sich schon heute mehrheit­­lich mit den öffent­­li­chen Ver­kehrs­­mit­teln, zu Fuß und mit dem Rad in der Stadt bewegen, sollen in einer eigen­stän­­di­gen und selbst­be­­stimm­ten Mobilität unter­stützt werden. Für erwerbs­tä­tige Erwach­­sene, bei denen heute die Pkw-Nutzung am stärksten ausgeprägt ist, soll die Nutzung des ÖPNV und die nicht-motori­­sierte Fortbe­we­­gung attrak­ti­­ver gemacht werden. Autofahr­ten der Karlsruher Bevöl­ke­rung sollen nicht unter­­bun­­den, aber verträg­li­cher abgewi­­ckelt werden.

Die Stadt­­quar­tiere und die Nahver­­­sor­­gungs­­­zen­tren werden mit Hilfe eines Programms "Aktive Stadt­­quar­tiere" aufge­wer­tet, die Stadt der kurzen Wege mit einem hohen Anteil an Fuß- und Radmo­bi­li­tät ist in greifbare Nähe gerückt. Die Menschen in den Stadt­­quar­tie­ren können es wieder genießen, sich im städti­schen Raum aufzu­hal­ten, die Aufent­halts­qua­­li­tät des öffent­­li­cher Raumes wird gestärkt, das zu Fuß gehen soll einfa­cher und attrak­ti­­ver werden. Zugeparkte Gehwege unter der Mindest­­breite von 1,50m werden vom ruhenden Verkehr befreit, wobei auf ortss­­pe­­zi­­fi­­sche Gegeben­hei­ten geachtet wird. Querungs­­an­­ge­­bote über Haupt­­ver­­kehrs­s­tra­ßen werden entspre­chend den Anfor­­de­run­­gen an die straßen­räum­li­che Verträg­lich­keit verdichtet. Entspre­chend der ortss­­pe­­zi­­fi­­schen Gegeben­hei­ten und Belas­tun­­gen sind Maßnahmen aus dem Lärmak­ti­­ons­­plan realisiert.

In Bereichen mit besonders hohem Fußver­kehrs­­auf­­kom­­men wie den Stadt­­­teil­­zen­tren werden die Straßen­flä­chen entspre­chend den Bedürf­nis­sen von Fußgän­ge­rin­nen und Fußgängern und der Barrie­re­frei­­heit aufgeteilt und gestaltet. Dies kann ggf. auch zu Lasten des Autover­­kehrs geschehen. In der Innenstadt wird die Parkraum­nach­fra­ge so verteilt, dass die Parkhäuser zukünftig besser ausge­las­tet werden und weniger am Straßen­rand geparkt wird. Die Gebühren für bewir­t­­schaf­tete Parkstände im öffent­­li­chen Straßen­raum werden erhöht. Bewoh­­ner­par­ken wird ausge­wei­tet, insbe­­son­­dere in Bereichen mit Nutzungs­­­kon­­kur­ren­­zen um das knappe Gut Parkraum z.B. bei großen Arbeit­­ge­­ber­­stan­d­or­ten in Wohnge­­bie­ten.

Karlsruhe wird Fahrra­d­­stadt Nr. 1 in Süddeutsch­­land. Hierfür werden das Radver­­kehrs­netz und das Infra­struk­tu­r­an­­ge­­bot für den Radverkehr unter Ausschöp­fung der Potenziale an Flächen im Straßen­raum und durch Geschwin­­dig­keits­re­­du­­zie­run­­gen im Kfz-Verkehr über das 20-Punkte-Pro­gramm hinaus ausgebaut.

Der Durch­­­gangs­­ver­­kehr wird aus Straßen mit Wohnnut­­zung fernge­hal­ten. Pendler und Besucher von außerhalb werden zu einer verstärk­ten Nutzung des ÖPNV und des Fahrrads animiert.

Das ÖPNV-Angebot wird in der Stadt verdichtet bzw. die Stadtbahn in die Region wird weiter ausgebaut. Hierzu gehört auch ein einheit­­li­cher Erschlie­ßungs­stan­dard von höchstens 400m für den schie­­nen­­ge­­bun­­de­­nen ÖPNV im Stadt­­­ge­­biet. Das Angebot an Park-and-Ride-Plätzen muss dank der guten Erschlie­ßungs­wir­­kung des ÖPNV in der Region nur noch moderat erweitert werden. Der ÖPNV wird bei der Ampel­­schal­tung gegenüber dem Autover­­kehr bevor­­rech­tigt. Dort, wo das Ver­kehrs­auf­­kom­­men im Fuß- und Radverkehr besonders hoch ist, werden die Ampel­­schal­tun­­gen auch zugunsten dieser Verkehrs­trä­ger optimiert.

Die Erreich­­bar­keit von Karlsruhe mit dem Kfz ist ohne nennens­werte Einschrän­kun­gen gewähr­leis­tet. Das Straßen­netz wird nur moderat ausgebaut. Je nach der Verkehrs­­lage wird der Autover­­kehr durch "Pfört­ne­ram­­peln" an Zufahrten zur Stadt gesteuert. Ein statisches Parkleit­­sys­tem im Umland gibt durch­gän­gig Hinweise zu Umstei­gemög­lich­kei­ten auf den ÖPNV. Auch Reduzie­run­­gen der Kfz-Geschwin­­dig­kei­ten sind denkbar.

Die Beratung für ein stadt- und sozial­­ver­träg­li­che­res Mobili­täts­ver­­hal­ten (z.B. für Unter-nehmen) wird verbessert. Car-Sharing wird verdichtet und der Geltungs­­­be­reich für Fahrr­a­d­­ver­­leih­­sys­teme wird auf die gesamte Stadt ausgedehnt. Die Einzel­han­­dels­­ge­schäfte in der City bieten einen gemein­sa­­men Liefer­­ser­vice an.


Quelle: http://www.karlsruhe.de/b3/verkehr/verk ... enario2.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe
BeitragVerfasst: 1. November 2011, 23:21 
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Szenario 3 hat den Titel "mit Focus der Verbes­­se­rung der Umwelt­qua­­li­tät mit dem Ziel, die Emissions- und Immis­­si­­ons­­grenz­werte einzu­hal­ten"

Eigentlich müssten Grenzwerte von allen Szenarien eingehalten werden und bei einem Umweltszenario unterschritten werden ...

Aber bei Szenario 3 geriete mit dem letzten Satz "Verdich­tung der Bedienung auf Stadtbahn- und Straßen­bahn­­li­­ni­en" die U.Strab in Schwulitäten ...
http://www.karlsruhe.de/b3/verkehr/verk ... rierung.de

_________________
Bild
... und U-Strab-Alternativen


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 Betreff des Beitrags: Re: Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe
BeitragVerfasst: 1. November 2011, 23:50 
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Mueck hat geschrieben:
Eigentlich müssten Grenzwerte von allen Szenarien eingehalten werden und bei einem Umweltszenario unterschritten werden ...

Na ja,
zur Not wird das halt auch erreicht indem man bei begründeten Verdacht einfach mal gar nicht misst oder die Messungen manipuliert, etwa so:
http://www.n-tv.de/politik/Stuttgart-wi ... 75562.html

Mueck hat geschrieben:
Aber bei Szenario 3 geriete mit dem letzten Satz "Verdich­tung der Bedienung auf Stadtbahn- und Straßen­bahn­­li­­ni­en" die U.Strab in Schwulitäten ...

Warum?
Zusätzlich oben lang geht immer noch ;-)
Und auch ohne U-Strab hättest du dank der Knoten im Zulauf nicht viel mehr Bahnen durch die Innenstadt gepresst...


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 Betreff des Beitrags: Re: Verkehrsentwicklungsplan Karlsruhe
BeitragVerfasst: 31. Dezember 2012, 18:03 
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Beiträge: 4
Wie geht es damit weiter? Interessant sind die Verlängerungen mancher Stßraßenbahnen, z.B.

- Durlach - Grötzingen - Weingarten, evtl. könnte man auf diesem Wege langfristig die Innenstadt Bruchsals erschließen
- Durlach - Wolfartsweier - Ettlingen
- Mühlburg - Neureut
- Karlsruhe - in die Höhenstadtteile (!!)


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