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 Betreff des Beitrags: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 8. Juli 2011, 00:10 
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Zitat:
Bahn und Region sind zur Abstimmung des Bedarfs auf gutem Weg

MdB und MdL

Katja Mast erwartet vom Stresstest- Ergebnis auch eine verbesserte Anbindung von Mühlacker und Pforzheim mit dem Zug

"Stuttgart 21 spaltet noch immer die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land. Heute wurde mir mitgeteilt, dass am 14. Juli unter der Leitung von Heiner Geißler die Ergebnisse des Stresstests für Stuttgart 21 vorgestellt werden sollen. Ich erwarte von diesem Ergebnis auch eine verbesserte Anbindung von Mühlacker und Pforzheim mit dem Zug in beide Richtungen, also sowohl nach Stuttgart, wie nach Karlsruhe. Wenn das Bahnangebot attraktiver und noch bessere Takte anbietet, werden mehr Menschen die Bahn nutzen", stellt Katja Mast, SPD- Bundestagsabgeordnete für die Menschen aus Pforzheim und dem Enzkreis fest.

Katja Mast weiß, dass die Bahn mit der Region in guten Abstimmungsgesprächen ist, die unter der Leitung des Regionalverbandsvorsitzenden Dirk Büscher stattfinden. Darauf wies auch der Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn AG für Baden- Württemberg, Eckart Fricke, in seinem Schreiben an die Abgeordnete hin. Doch erwartet sie auch, dass nach den Gesprächen auch Taten der Bahn folgen.

Zum Stresstest informierte Eckart Fricke die SPD- Bundestagsabgeordnete darüber, dass am 11.7. die vom SMA übersendete Ergebnisse den Projektträgern, also der Bahn, dem Land Baden- Württemberg und dem Bund, zugehen. Die öffentliche Präsentation der Ergebnisse ist auf den 14.7., 16 Uhr terminiert und wird von Dr. Heiner Geißler moderiert.


Quelle: SPD Enzkreis 30. Juni 2011 http://spdnet.sozi.info/bawue/enzk/index.php?nr=51100

Zitat:
Verkehrsclub sieht die Region als Verlierer des Stresstests für Stuttgart 21

ENZKREIS/PFORZHEIM. Als Verlierer des Stresstests der Bahn für den geplanten Durchgangsbahnhof Stuttgart 21 sieht Matthias Lieb vom Verkehrsclub den Enzkreis und die Stadt Pforzheim. „Statt den von der Region geforderten 30-Minuten-Takt mit schnellen Zügen von Pforzheim und Mühlacker nach Stuttgart im morgendlichen Berufsverkehr umzusetzen, sieht die Bahn im künftigen Fahrplan nur stündliche Verbindungen in die Landeshauptstadt vor“, kritisiert der VCD-Landesvorsitzende aus Mühlacker.

ENZKREIS/PFORZHEIM. Als Verlierer des Stresstests der Bahn für den geplanten Durchgangsbahnhof Stuttgart 21 sieht Matthias Lieb vom Verkehrsclub den Enzkreis und die Stadt Pforzheim. „Statt den von der Region geforderten 30-Minuten-Takt mit schnellen Zügen von Pforzheim und Mühlacker nach Stuttgart im morgendlichen Berufsverkehr umzusetzen, sieht die Bahn im künftigen Fahrplan nur stündliche Verbindungen in die Landeshauptstadt vor“, kritisiert der VCD-Landesvorsitzende aus Mühlacker.

Unter dem Strich würde morgens zwischen 6.30 Uhr und 8.30 Uhr, wenn die Züge voll sind mit Pendlern und Schülern, sogar ein Zug weniger als heute von Pforzheim zum neuen Stuttgarter Tiefbahnhof fahren, so Matthias Lieb.
Warum die Bahn beim Stresstest-Fahrplan für Stuttgart 21 um 7.22 Uhr und um 7.27 Uhr in Pforzheim zwei Züge im Fünf-Minuten-Abstand fahren lässt, könne der Verkehrsclub nicht nachvollziehen. „Danach folgt erst nach einer vollen Stunde wieder ein schneller Zug nach Stuttgart“, kritisiert Lieb. Die Bahn konnte gestern noch nicht klären, ob „die Angaben in den Stresstestunterlagen vom Verkehrsclub richtig wiedergegeben wurden“, sagte ein Sprecher. rst


Quelle: Pforzheimer Zeitung 5. Juli 2011 http://www.pz-news.de/region_artikel,-V ... 79083.html


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 8. Juli 2011, 11:29 
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Die Frage ist natürlich, inwieweit das der Fehler der Bahn ist. Der Regionalverkehr wird vom Land bestellt, und das Land ist es also auch, das eine bessere Anbindung von PF wollen und finanzieren müßte. Die Bahn ist dann nur der Carrier...

Anscheinend ist ja der im Stresstest untersuchte Fahrplan entsprechend der geplanten Bestellungen des Landes erstellt worden, zumindest ist das von Bahnseite so zu hören. Und natürlich ist der im Stresstest untersuchte Fahrplan auch nicht zwingend das, was dann am Ende wirklich auf die Schienen kommt...


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 8. Juli 2011, 21:48 
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Sputnick hat geschrieben:
Die Frage ist natürlich, inwieweit das der Fehler der Bahn ist. Der Regionalverkehr wird vom Land bestellt, und das Land ist es also auch, das eine bessere Anbindung von PF wollen und finanzieren müßte. Die Bahn ist dann nur der Carrier...

In einen angeblichen Zukunftsprojekt sollte man aber dennoch auf mögliche Zuwächse gefasst sein. Und beim Stuttgarter IRE wird ja schon seit Jahren für einen 30min Takt gekämpft.

Sputnick hat geschrieben:
Anscheinend ist ja der im Stresstest untersuchte Fahrplan entsprechend der geplanten Bestellungen des Landes erstellt worden, zumindest ist das von Bahnseite so zu hören.

Andererseits wird das Land wohl nicht die Abfahrtszeiten festlegen dürfen. Sonst könnte man ja ganz einfach S21 zum Kollaps bingen. Und wenn 2 Züge/h bestellt werden dann will der Besteller höchstwarscheinlich eben nicht dass die im Blockabstand hinterher fahren.

Sputnick hat geschrieben:
Und natürlich ist der im Stresstest untersuchte Fahrplan auch nicht zwingend das, was dann am Ende wirklich auf die Schienen kommt...

Er zeigt aber das maximal mögliche. D.h. spätestens wenn man die 30% erreiche will wird es schwierig.

Zudem frage ich mich schon was Geissler zu den masiven doppelten Gleisbelegungen sagt. In der Schlichtung war er darüber nämlich nicht sehr erfreut...


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 9. Juli 2011, 00:44 
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Grundsätzlich finde ich die Idee von Stuttgart 21 schon gut, da ändern auch gefällte Bäume und bedrohte Mineralwasserquellen nichts daran. Aber ein 9. und 10. Gleis wäre sicher wünschenswert, um etwas Entspannung reinzubekommen. Nur ich denke die Situation ist da derzeit ziemlich verfahren, weil die Bahn auf der anderen Seite nun auch nicht als Verlierer dastehen möchte in dem Punkt, dass sie von ihren eingereichten Plänen auch nur ein Stückchen abweicht... allerdings glaub ich nicht, dass es zu 30% mehr Zügen in der Zukunft kommen wird und wir deswegen diese Extremsituation mit sehr vielen doppelt belegten Gleisen nicht erleben werden. Das gibt Stuttgart vielleicht auch gar nicht her, dass da so ein großer Bedarf nach einem dichteren Takt ist auf vielen Strecken. Falls es in Zukunft mehr Bahnreisende gibt, wird man eher die Variante bevorzugen mit Mehrfachtraktionen und Doppelstockwägen, anstatt die Takte stark zu verdichten. Das würden vielleicht auch die Strecken um Stuttgart herum gar nicht anders hergeben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 9. Juli 2011, 08:38 
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TriStar hat geschrieben:
Grundsätzlich finde ich die Idee von Stuttgart 21 schon gut, da ändern auch gefällte Bäume und bedrohte Mineralwasserquellen nichts daran. Aber ein 9. und 10. Gleis wäre sicher wünschenswert, um etwas Entspannung reinzubekommen. Nur ich denke die Situation ist da derzeit ziemlich verfahren, weil die Bahn auf der anderen Seite nun auch nicht als Verlierer dastehen möchte in dem Punkt, dass sie von ihren eingereichten Plänen auch nur ein Stückchen abweicht... allerdings glaub ich nicht, dass es zu 30% mehr Zügen in der Zukunft kommen wird und wir deswegen diese Extremsituation mit sehr vielen doppelt belegten Gleisen nicht erleben werden. Das gibt Stuttgart vielleicht auch gar nicht her, dass da so ein großer Bedarf nach einem dichteren Takt ist auf vielen Strecken. Falls es in Zukunft mehr Bahnreisende gibt, wird man eher die Variante bevorzugen mit Mehrfachtraktionen und Doppelstockwägen, anstatt die Takte stark zu verdichten. Das würden vielleicht auch die Strecken um Stuttgart herum gar nicht anders hergeben.

Wenn man einen unattraktiven Nahverkehr wünscht, kann man natürlich weiterhin Doppelstockwagen und Mehrfachtraktionen einsetzen. Das machen vielleicht Schwarzwald-Ausflügler mit. Im Berufsverkehr werden viele Pendler weiterhin auf das Auto setzen, da ihnen der Takt zu unflexibel ist.

Die Karlsruher Stadtbahn ist hier doch ein gutes Beispiel:
Linien mit dichtem Takt werde gut angenommen. Die Albtalbahn hätte mit Sicherheit auch nie so viele Fahrgäste gewonnen, wenn einmal in der Stunde eine Bahn mit Mehrfachtraktion, Doppelstockwagen und Zugtrennung in Busenbach verkehren würde. Auch die S5 wird mit ihrem 10- bis 30 Minutentakt zwischen Wörth und Pforzheim gut angenommen. Beim Stundentakt der S51/S52 fahren dagegen relativ wenig Fahrgäste mit.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 9. Juli 2011, 10:52 
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Der Meinung will ich überhaupt nicht widersprechen, aber genau das was du sagst fällt für mich in den Bereich der S-Bahnen. Dort kann ich mir sehr wohl auch noch eine Steigerung vorstellen, indem man die HVZ ausdeht und auch nachts S-Bahnen wie in Karlsruhe fahren lässt. Vier REs pro Stunde stehe ich da eher kritisch gegenüber, vor allem weil diese dann auch auf vielen Streckenabschnitten noch zusätzlich zur S-Bahn und dem Fernverkehr fahren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 9. Juli 2011, 11:09 
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TriStar hat geschrieben:
Grundsätzlich finde ich die Idee von Stuttgart 21 schon gut

Vom ganz Grundsätzlichen hast du da warscheinlich recht. Aber die ganzen nachteile die mit der Planung verbunden sind lassen mich eher zum K21-Fan werden.

TriStar hat geschrieben:
allerdings glaub ich nicht, dass es zu 30% mehr Zügen in der Zukunft kommen wird und wir deswegen diese Extremsituation mit sehr vielen doppelt belegten Gleisen nicht erleben werden.

Peak-Oil, gesinnungswandel der Bevölkerung, stetige Steigerung der Fahrgastzahlen im ÖV usw. lassen mich was anderes Vermuten.
Und auch wenn in den letzten Jahren die Zufahrtsstraßen auf die Stuttgarter City extrem ausgebaut wurden (im Norden mussten dazu auch mehrere Häuser abgerissen werden) und werden werden auch die neuen Stadtviertel neue Pendlerbewegungen auslösen.

TriStar hat geschrieben:
Das gibt Stuttgart vielleicht auch gar nicht her, dass da so ein großer Bedarf nach einem dichteren Takt ist auf vielen Strecken.

Z.B. der IRE KA - S wird des öfteren über Bietigheim ungeleitet weil er so überfüllt ist dass er nicht mehr über die SFS darf. Was das bei S21 heißt ist ja auch klar (Umleitung des IRE via Bietigheim und S-Münster ohne Halt am HBF).
SO wird man natürlich keine 30% zuwachs kriegen.

TriStar hat geschrieben:
Falls es in Zukunft mehr Bahnreisende gibt, wird man eher die Variante bevorzugen mit Mehrfachtraktionen und Doppelstockwägen, anstatt die Takte stark zu verdichten.

Auf fast allen Strecken auf Stuttgart zu fahren auch schon heute 5er Dostos oder sehr lange n-Wagenzüge. Oft gibt die Infrastruktur (länge der Bahnsteige) einfach nicht mehr her.

Dazu kommt auch noch dass viele Fakten die als S21 alleinstellungsmerkmal angesehen werden auch problemlos mit K20 (den heutigen Kopfbahnhof) möglich wären. Den IRE nach Friedrichshafen könnte man z.B. schon heute einfach mit den IRE KA-S verbinden, von den Abfahrtszeiten in S wäre dies problemlos machbar.

TriStar hat geschrieben:
Der Meinung will ich überhaupt nicht widersprechen, aber genau das was du sagst fällt für mich in den Bereich der S-Bahnen.

Viele dieser RE/RB-Linien kann man Problemlos aus Express-S-Bahn bezeichnen. Z.B. alles was nach Heilbronn oder Tübingen fährt (schon heute überwiegend 30er Takt, mit RBs und IREs glaub ich sogar mehr als ein 15min Takt).

TriStar hat geschrieben:
Vier REs pro Stunde stehe ich da eher kritisch gegenüber, vor allem weil diese dann auch auf vielen Streckenabschnitten noch zusätzlich zur S-Bahn und dem Fernverkehr fahren.

Die Stuttgarter S-Bahn hat an fast allen wirklich kritischen Punkten eigene Gleise. Nur in den Bereichen wo nur eine S-Bahn-Linie verkehr muss manchmal auf die S-Bahn Gleise zurückgegriffen werden, ausnahme ist der Abschnitt HBF-Cannstatt wo allerdings S-Bahn und REs gleich oft halten. Aber auf den ganzen Außenstrecken lässt sich zwischen den 15min Takten der S-Bahn bequem ein 15min-30min Takt mit REs bewerkstelligen.
Und da ist für mache Linien sogar ein 30min Takt bereits eine deutliche Verbesserung, so z.B. für die Gäubahn-Züge bis Horb. Mit S21 kannst du aber sowas vergessen da dort die Situation mit den fahren auf den S-Bahn Gleisen noch deutlich verschlimmert wird (zusätzlich zur heutigen S1 wird auch noch auf den Gleisen der heutigen S2/S3 gefahren) was die Situation weiter verkompliziert.

PS. Die Daten zum Stresstest zum Download:
http://www.bei-abriss-aufstand.de/2011/ ... -download/


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 9. Juli 2011, 11:50 
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Wie sieht es denn mit den Reisezeitverkürzungen aus, sagen wir mal Karlsruhe-München. Ich finde es sehr umständlich, da bis Stuttgart HBF zu fahren, dort zu wenden und hintenrum über Plochingen nach Ulm zu kommen. Hab da die Ideen zu K21 nicht in jeder Hinsicht studiert, gibts da auch ein Alternativkonzept?

Haltet ihr es für wahrscheinlich, dass S21 noch abgebrochen wird?


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 9. Juli 2011, 12:59 
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TriStar hat geschrieben:
Wie sieht es denn mit den Reisezeitverkürzungen aus, sagen wir mal Karlsruhe-München. Ich finde es sehr umständlich, da bis Stuttgart HBF zu fahren, dort zu wenden und hintenrum über Plochingen nach Ulm zu kommen. Hab da die Ideen zu K21 nicht in jeder Hinsicht studiert, gibts da auch ein Alternativkonzept?

Die SFS kann man auch mit K21 bauen. Alternativ ist es eventuell auch möglich die Altbaustrecke abschnittsweiße auf 200km/h auszubauen und diverse Kurven zu strecken.
Den Halt in Stuttgart finde ich jetzt nicht problematisch, die SBB mit den neuen Bombadier-Dostos die Wende in 1,5min schaffen, also unter der erforderlichen Haltezeit.

TriStar hat geschrieben:
Haltet ihr es für wahrscheinlich, dass S21 noch abgebrochen wird?

Möglich ist es schon.
In meinen Augen ist der Stresstest definitiv nicht bestanden und daher müssen neue Strecken gebaut werden und S21 wird unwirtschaftlich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 9. Juli 2011, 15:34 
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TriStar hat geschrieben:
Der Meinung will ich überhaupt nicht widersprechen, aber genau das was du sagst fällt für mich in den Bereich der S-Bahnen. Dort kann ich mir sehr wohl auch noch eine Steigerung vorstellen, indem man die HVZ ausdeht und auch nachts S-Bahnen wie in Karlsruhe fahren lässt. Vier REs pro Stunde stehe ich da eher kritisch gegenüber, vor allem weil diese dann auch auf vielen Streckenabschnitten noch zusätzlich zur S-Bahn und dem Fernverkehr fahren.

Der Abschnitt Pforzheim - Vaihingen/Enz ist nicht übermäßig stark von der Stadtbahn frequentiert, der Fernverkehr hält sich auf dieser Strecke auch stark in Grenzen. Auf der Schnellbahnstrecke zwischen Vaihingen und Stuttgart fährt normalerweise gar keine S-Bahn.
Auf dem Abschnitt Karlsruhe - Pforzheim fährt die S5 teilweise auf eigenem Gleis.

Wenn in einem Bereich von 75km drei Großstädte liegen, sollte da doch einfach ein besserer Takt möglich sein. Alle zwei Stunden ein Regionalzug, zur Stoßzeit vielleicht jede Stunde einer - das ist vielleicht für Strecken durch die Pampa wie die Achertalbahn ein angemessener Takt - wobei selbst dort an Werktagen im Stundentakt gefahren wird. Für Karlsruhe - Stuttgart dagegen eher ein schlechter Scherz. Die REs über Ludwigsburg sind aufgrund der deutlich längeren Fahrzeit eher unattraktiv. Und wer vom Karlsruher Hbf mit Stadtbahn über Bietigheim-Bissingen fahren will, muss viel Geduld mitbringen und aufpassen, dass er unterwegs nicht von einem anderen Zug überholt wird.

TriStar hat geschrieben:
Wie sieht es denn mit den Reisezeitverkürzungen aus, sagen wir mal Karlsruhe-München. Ich finde es sehr umständlich, da bis Stuttgart HBF zu fahren, dort zu wenden und hintenrum über Plochingen nach Ulm zu kommen. Hab da die Ideen zu K21 nicht in jeder Hinsicht studiert, gibts da auch ein Alternativkonzept?

Die Schnellbahnstrecke ist auch mit Kopfbahnhof möglich, ob man nun von KA nach M vier Minuten länger benötigt, ist aus meiner Sicht nicht so sehr relevant.

TriStar hat geschrieben:
Haltet ihr es für wahrscheinlich, dass S21 noch abgebrochen wird?
Ich halte es für möglich. Nun aber erst einmal das wirkliche Ergebnis des Stresstestes abwarten, statt sich über Gerüchte den Kopf zu zerbrechen.

glx hat geschrieben:
In meinen Augen ist der Stresstest definitiv nicht bestanden und daher müssen neue Strecken gebaut werden und S21 wird unwirtschaftlich.
Ist S21 nicht ohnehin unwirtschaftlich?


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 9. Juli 2011, 16:29 
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ralf1985 hat geschrieben:
Die REs über Ludwigsburg sind aufgrund der deutlich längeren Fahrzeit eher unattraktiv.

Das ist durchaus Richtig, vor allem da der der RE auch grad mal 20min vor/nach den IRE in Stuttgart ankommt/abfährt.

ralf1985 hat geschrieben:
Und wer vom Karlsruher Hbf mit Stadtbahn über Bietigheim-Bissingen fahren will, muss viel Geduld mitbringen und aufpassen, dass er unterwegs nicht von einem anderen Zug überholt wird.

Tagsüber gibt es eigendlich keinen Kurs der NICHT überhohlt wird. Die Kurse nach Mühlacker (mit Anschluss an RE HD - S) werden in Pfinztal von den IRE überhohlt, die bis Bietigheim nach Vaihingen von den IRE/ICs.

ralf1985 hat geschrieben:
Ich halte es für möglich. Nun aber erst einmal das wirkliche Ergebnis des Stresstestes abwarten, statt sich über Gerüchte den Kopf zu zerbrechen.

Was die Bahn vorgelegt hat ist Fakt, besser wird es wohl nicht werden.

ralf1985 hat geschrieben:
Ist S21 nicht ohnehin unwirtschaftlich?

Definitionssache ;-)


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 10. Juli 2011, 01:36 
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Wirtschaftlichkeit im Bezug auf Bahnstrecken ist denke ich sowieso Ansichtssache... Geld verdient der Staat daran ja nicht, die ganzen Züge müssen bestellt werden, mehr Züge bedeutet mehr Kosten. Wirtschaftlicher ist es für die DB ja bereits jetzt, ihr Gütergeschäft mit Schenker Lkws großteils auch zu betreiben statt mit Güterzügen.

Ich denke auch, dass im Abschnitt Mühlacker-Vaihingen Enz die S9 verlängert werden sollte, sodass man da eine gute Anbindung hat zusammen mit der S5. Bietigheim-Bissingen bis Vaihingen sollte komplett von den Stuttgarter S-Bahnen betrieben wären, wie es ja auch aktuell untersucht wird. Dann würden die REs auf dieser Strecke nicht zu Bummelzügen werden, wie es aktuell mit Halt an jeder Station der Fall ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 10. Juli 2011, 08:51 
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TriStar hat geschrieben:
Wirtschaftlichkeit im Bezug auf Bahnstrecken ist denke ich sowieso Ansichtssache... Geld verdient der Staat daran ja nicht, die ganzen Züge müssen bestellt werden, mehr Züge bedeutet mehr Kosten.


Das ist immer eine sache der Denkschulen ;-)
Die einen sind tatsächlich dieser Ansicht, während andere der Meinung sind dass der Autoverkehr noch viel mehr externe Kosten hat als der ÖV und daher der Autoverkehr auf den ÖV (und die nicht motorisierten Verkehrsmittel) verlagert werden sollte.
Und dann gibt es noch das 3. große mir bekannte Gedankenmodell das aussagt dass wir schon seit langen eh nur 3,5 Wege pro Tag zurücklegen und 80min am Tag unterwegs sind. Daher hätte auch das schnellste Verkehrssystem keine einsparung von Zeit gegenüber den Fußverkehr gebracht.

Dann hast du halt unterschiedliche Funktionen an Wirtschaftlichkeit:
  • Bei der ersten Denkschule wird halt das wirtschaftliche Todland wenigstens in eine Konsumwüste verwandelt
  • Bei der 2. Denkschule musst du noch mit einrechnen dass der Kopfbahnhof noch mehr Züge vertragen würde bzw. mit geringen Anpassungen ertüchtigt werden könnte so dass die modernisierung des Kopfbahnhofs zumindest die wirtschaftlichere wäre. Eine andere Fraktion dieser Denkschule argumentiert dagegen dass vor allem die Überwerfungsbauwerke so marode wären dass sich eine modernisierung auch keinen Fall lohnen würde und daher S21 gebaut werden müsse.
  • Und nach der 3. Denkschule sollte man eben auch die SFS nicht bauen da diese keinen Fahrzeitgewinn bringt.

In meinen Augen liegt die wahrheit irgendwo zwischen der 2. und 3. Denkschule begraben, da diese m.E. am Überzeuugensten Argumentieren.

TriStar hat geschrieben:
Wirtschaftlicher ist es für die DB ja bereits jetzt, ihr Gütergeschäft mit Schenker Lkws großteils auch zu betreiben statt mit Güterzügen.

Wenn du mal Kuckst wie viele Gewerbegebiete einen Gleisanschluss haben weißt du warum.
Und die gebiete wo man relativ Problemlos Gleisanschlüsse nachrüsten kann, kann man hier in der Gegend warscheinlich fast an einer Hand abzühlen (mir sind Gölshausen, Flehingen und Vaihingen bekannt).

TriStar hat geschrieben:
Ich denke auch, dass im Abschnitt Mühlacker-Vaihingen Enz die S9 verlängert werden sollte, sodass man da eine gute Anbindung hat zusammen mit der S5.

Dann zerschießt du entweder die Knoten in Bruchsal und Bretten oder in Pforzheim oder du fährst im 56/4 min Takt. Alternativ musst du die S5 irgendwo von den REs überhohlen lassen. :-?


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 10. Juli 2011, 12:08 
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Registriert: 25. November 2009, 12:00
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glx hat geschrieben:
TriStar hat geschrieben:
Wirtschaftlichkeit im Bezug auf Bahnstrecken ist denke ich sowieso Ansichtssache... Geld verdient der Staat daran ja nicht, die ganzen Züge müssen bestellt werden, mehr Züge bedeutet mehr Kosten.


Das ist immer eine sache der Denkschulen ;-)
Die einen sind tatsächlich dieser Ansicht, während andere der Meinung sind dass der Autoverkehr noch viel mehr externe Kosten hat als der ÖV und daher der Autoverkehr auf den ÖV (und die nicht motorisierten Verkehrsmittel) verlagert werden sollte.
Und dann gibt es noch das 3. große mir bekannte Gedankenmodell das aussagt dass wir schon seit langen eh nur 3,5 Wege pro Tag zurücklegen und 80min am Tag unterwegs sind. Daher hätte auch das schnellste Verkehrssystem keine einsparung von Zeit gegenüber den Fußverkehr gebracht.

Dann hast du halt unterschiedliche Funktionen an Wirtschaftlichkeit:
  • Bei der ersten Denkschule wird halt das wirtschaftliche Todland wenigstens in eine Konsumwüste verwandelt
  • Bei der 2. Denkschule musst du noch mit einrechnen dass der Kopfbahnhof noch mehr Züge vertragen würde bzw. mit geringen Anpassungen ertüchtigt werden könnte so dass die modernisierung des Kopfbahnhofs zumindest die wirtschaftlichere wäre. Eine andere Fraktion dieser Denkschule argumentiert dagegen dass vor allem die Überwerfungsbauwerke so marode wären dass sich eine modernisierung auch keinen Fall lohnen würde und daher S21 gebaut werden müsse.
  • Und nach der 3. Denkschule sollte man eben auch die SFS nicht bauen da diese keinen Fahrzeitgewinn bringt.

In meinen Augen liegt die wahrheit irgendwo zwischen der 2. und 3. Denkschule begraben, da diese m.E. am Überzeuugensten Argumentieren.

Ich bin bei der Wirtschaftlichkeit von einem Vergleich Bau von Stuttgart 21 vs. kein Bau von Stuttgart 21 ausgegangen. Dabei bin ich davon ausgegangen, dass eine höhere Anzahl von (Fernverkehrs)fahrgästen und die damit verbundenen Einnahmen die Kosten für den Tiefbahnhof nicht decken.

Das mit dem MIV ist schwierig einzuschätzen. Wenn man alles inklusive Umweltaspekte, Platzbedarf, Straßen, Verkehrsregelung,... mit einrechnet, kommt man nach meiner Einschätzung zum Ergebnis, dass der MIV für die Allgemeinheit extrem teuer ist und man lieber den ÖV extrem fördern sollte. Doch so einfach ist das auch nicht. In BW hängen viele Arbeitsplätze in BW von der Automobilindustrie ab. Der Schuss könnte bei einer extremen Lösung nach hinten losgehen.

TriStar hat geschrieben:
Ich denke auch, dass im Abschnitt Mühlacker-Vaihingen Enz die S9 verlängert werden sollte, sodass man da eine gute Anbindung hat zusammen mit der S5.
S9 statt S5 wäre möglicherweise interessant. Von KA aus ist man ohnehin schneller in Vaihingen, wenn man mit der S4 nach Bretten, mit der S9 nach Mühlacker fährt und erst dort in die S5 nach Bietigheim-Bissingen einsteigt. Dann müssten allerdings die Pforzheimer umsteigen. 56/4 Min Takt wäre wohl Unsinn. Möglicherweise bei geändertem RE-Fahrplan die S5 doch zu einer anderen Zeit über die Strecke fahren lassen


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 Betreff des Beitrags: Re: Auswirkungen von Stuttgart 21 auf Pforzheim (Enzkreis)
BeitragVerfasst: 10. Juli 2011, 14:20 
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Registriert: 25. November 2009, 12:00
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Gerade einmal nachgesehen:

Situation in Mühlacker heute:
(*.21: Ankunft S9 aus Bruchsal)
*.25: Abfahrt S5 Richtung Bietigheim-Bissingen
*.55/59: Abfahrt RE Richtung Ludwigsburg/Stuttgart

Mögliche zukünftige Situation:
*.30: Abfahrt S9 Richtung Vaihingen, evtl. weiter nach Bietigheim-Bissingen
*.55/59: Abfahrt RE nach Stuttgart, Zwischenhalte nur in Vaihingen, Bietigheim-Bissingen und LB
*.00: Abfahrt S5 Richtung Vaihingen, evtl. weiter nach Bietigheim-Bissingen

Oder einfach den RE zugunsten eines vernünftigen IRE-Taktes komplett einstellen, evtl in Verbindung mit einem besseren Takt zwischen Heilbronn - Bietigheim-Bissingen - Stuttgart. Ich zweifle daran, dass umsteigefreie Verbindungen zwischen Karlsruhe/Heidelberg und Bietigheim-Bissingen/Ludwigsburg bzw. den Dörfern hinter Mühlacker so wichtig sind - zumal Umstiegsmuffel aus Karlsruhe ja immernoch direkt von der Kaiserstraße mit der Bummel-S5 fahren können.


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