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 Betreff des Beitrags: Pilotprojekt eTicket
BeitragVerfasst: 23. August 2016, 11:32 
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In der letzten Pressemitteilung des KVV steht folgender interessanter Absatz:

Zitat:
Parallel zur Anpassung der Tarife setzt der KVV auch zahlreiche Verbesserungen für die Fahrgäste um. So wird beispielsweise im Rahmen eines Pilotprojekts im kommenden Jahr ein innovatives eTarif-Modell eingeführt: „Mit der Einführung eines neuen elektronischen Tarifs, bei der die Fahrt über eine Smartphone-App erstmalig nach Luftlinienkilometern, also der kürzesten Entfernung zwischen Start und Ziel der Reise ermittelt wird, bietet der KVV seinen Kunden eine ganz neue und sehr transparente Form der Fahrpreisberechnung“, erklärt Dr. Pischon.
(Quelle: https://www.kvv.de/aktuell/pressemitteilungen/meldungen/article/kvv-passt-seine-tarife-zum-11-dezember-2016-an-und-staerkt-familienfreundlichkeit.html

Das ist wohl der erste Schritt um von dem Wabensystem wegzukommen. Viele haben ja ein Problem mit dem Sinn der Waben (zB Berghausen - Grötzingen -> 3 Waben), damit dürfte man auch diesen Kunden entgegenkommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pilotprojekt eTicket
BeitragVerfasst: 23. August 2016, 15:26 
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BadenAirpark hat geschrieben:
Das ist wohl der erste Schritt um von dem Wabensystem wegzukommen. Viele haben ja ein Problem mit dem Sinn der Waben (zB Berghausen - Grötzingen -> 3 Waben), damit dürfte man auch diesen Kunden entgegenkommen.


In erster Linie wirds aber wohl nicht um die Abschaffung des Wabensystems gehen, sondern exakte standortbezogene Daten der Kunden zu haben um auf bestimmten Linien Nachbesserungen bzw auf anderen Linien eine weitere Ausdünnung vornehmen zu können. Ist vielleicht ähnlich wie eine Payback-Karte, da gibst du deine Daten auch dem Anbieter, bekommst aber auch dafür etwas wieder.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pilotprojekt eTicket
BeitragVerfasst: 23. August 2016, 21:25 
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Naja, also eine Ausdünnung würde ich damit nicht begründen.
Ich denke mal der Großteil der Kunden wird weiterhin Monats-/Jahreskarten bzw. Einzeltickets nehmen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pilotprojekt eTicket
BeitragVerfasst: 24. August 2016, 11:02 
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Da geb ich dir natürlich völlig recht. Langfristig gesehen werden aber auch die von dir genannten Tickets bestimmt nur doch/zum Großteil digital ausgegeben. Da wirds dann vorallem bei Fahrten von Monats- und/oder Jahrestickets interessant bei den standortbezogenen Daten. Ich denke die Einführung nun ist ein guter Testlauf dafür, mal sehen ob es angenommen wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pilotprojekt eTicket
BeitragVerfasst: 25. August 2016, 05:39 
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Hobler hat geschrieben:
Da wirds dann vorallem bei Fahrten von Monats- und/oder Jahrestickets interessant bei den standortbezogenen Daten.

Welche standortbezogenen Daten fallen denn bei Monats- oder Jahrestickets an? Doch höchstens der Standort beim Kauf und bei der Fahrkartenkontrolle. Ersterer ist nicht besonders aussagekräftig, wird meistens der Wohnort sein und lässt sich auch aus Personalisierung des Tickets oder Rechnungsanschrift ableiten. Letzterer ist in Anbetracht der geringen Häufigkeit von Kontrollen auch nicht besonders aussagekräftig und lässt sich auch aus dem Log der Lesegeräte ableiten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Pilotprojekt eTicket - 2015 - 87,6% Monats/Jahreskarten
BeitragVerfasst: 25. August 2016, 10:24 
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Beiträge: 34
Wenn man sich die Statistik 2015 anschaut wurden ca. 87,6% der Fahrkarten mit Monats- bzw. Jahreskarten getätigt.
Dann kommen noch 4,4% Tageskarten dazu.

Das heißt man kratzt weniger als 10% rum. Die würde diese Lösung betreffen.

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tin-ion
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 Betreff des Beitrags: Re: Pilotprojekt eTicket - 2015 - 87,6% Monats/Jahreskarten
BeitragVerfasst: 25. August 2016, 12:19 
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Wohnort: Karlsruhe
tin-ion hat geschrieben:
Das heißt man kratzt weniger als 10% rum. Die würde diese Lösung betreffen.
Die Rechnung geht so nur auf, wenn man annimmt, dass dadurch keine Neukunden gewonnen werden bzw. angenommen wird, dass nicht mehr gefahren wird.
Wenn man auf die zielt, die eh immer ein Handy dabei haben und denen der Fahrscheinkauf zu kompliziert ist, könnte es ja sen, dass diese nun überhaupt mal oder öfters in die Bahn steigen ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Pilotprojekt eTicket
BeitragVerfasst: 25. August 2016, 12:51 
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Beiträge: 132
Wohnort: Baden-Baden
Vielleicht holt man sich so auch wieder einige Fahrgäste die nur gelegentlich den ÖPNV nutzen, die aber aktuell diesen nicht nutzen, da die Fahrkarten für Gelegenheitsnutzer deutlich zu hoch sind. Es soll ja auch Menschen geben, für die sich eine Zeitkarte nicht lohnen. Sei es, dass sie zu Fuß zur Arbeit gehen, öfters mit dem Fahrrad unterwegs sind usw. Diese Fahrgäste hat man bis jetzt deutlich "vergessen" und auch unterschätzt. Ich bin mir sicher, dass es da einige Fahrgäste gibt, auf die das zutrifft. Schon in meiner Familie gibt es davon einige, die z.B. zu Fuß in die Arbeit gehen, aber auch mal in die Stadt fahren möchten, sei es zum Ausgehen oder zum Arzt. Oder der Fahrgast, der in die Arbeit nur mit dem Auto gelangen kann, da es keine ÖPNV-Verbindung gibt, aber wie die Person davor, auch mal in die Stadt gehen will.

Wer z.B. aus Baden-Oos in die Stadtmitte von Baden-Baden will muss für 2 Personen ingesamt 9,50€ (!) zahlen. Kein Wunder, dass diese Personen dann trotzdem das vorhandene Auto nehmen. Mit dem Preis kann man beinahe den halben Tag im Parkhaus parken. Für solche Fahrgäste ist es einfach viel zu teuer und da es keine Kurzstreckentickets gibt, fehlen auch diese Fahrgäste. Diese Fahrgäste kann man auch später, wenn sie mal eine Zeitkarte bräuchten, kaum mehr überzeugen, da sie von den hohen Einzeltickets negativ beeinflusst sind!

Ich habe mal ein wenig mit dem eTarif rumgespielt und diese mit den Entferungen in Baden-Baden verglichen. Vor allem für Fahrgäste auf Kurzstrecke wäre das ein deutlicher Gewinn, da die Fahrkarten erheblich günstiger wären. Mit BahnCard wird es noch günstiger.

Als Beispiel:

Obere Breite --> Schweigrother Platz:
Einzelfahrkarte: 2,40 € (mit BC 1,80 €)
mit eTarif (Luftlinie 1,6 km): 1,40 € (mit BC 1,05€)

eine deutliche Preisreduzierung ggü. dem heutigen Stand! In Zahlen: ca. 40% (!)

Selbst die Strecke BAD Bahnhof -> Leopoldsplatz wäre noch immer ca. 17% günstiger!:
Einzelfahrkarte: 2,40 € (mit BC 1,80 €)
mit eTarif (Luftlinie 4,8 km): 2,00 € (mit BC 1,50€)

Also nicht nur Kurzstrecken, sondern auch "Standardstrecken" wären günstiger. So holt man sich doch evtl. mehr Gelegenheitskunden zum ÖPNV. Vor allem in den Doppelwaben Karlsruhe und Baden-Baden wäre es positiv. Nehmen wir noch als Beispiel eine Fahrt von Neuweier Kirche nach Steinbach Schule. In Neuweier gibt es keinen Supermarkt, dafür aber in Steinbach. Da es aber zu Baden-Baden gehört, kostet eine Einzelfahrkarte 2,40€ (BC 1,80€). Mit dem eTarif wäre es deutlich günstiger: 1,40 € (BC 1,05 €).

Hoffen wir mal, dass das System gut durchdacht ist. Weitere Informationen, wie der eTarif in Heidelberg genutzt wird und wie sich die Fahrgastzahlen entwickelt haben, wäre interessant zu wissen.

_________________
Nahverkehr in Baden-Baden und Sinzheim

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 Betreff des Beitrags: Re: Pilotprojekt eTicket
BeitragVerfasst: 25. August 2016, 21:25 
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Registriert: 25. April 2010, 11:00
Beiträge: 1044
Im Nahverkehr (vom März glaube ich) war ein Artikel zum Heidelberger Projekt drin.

Einerseits hatte man in dem Artikel endlich mal erkannt, dass Einzelkarten-Nutzer zwar nur einen geringen Anteil der Fahrgäste ausmachen (da Zeitkartenbesitzer pro Nase den ÖV viel häufiger nutzen - in Pressemitteilungen zu Tariferhöhungen findet sich bei den Einzelfahrkarten ja häufig der Hinweis, das diese ja ohnehin nur von einer Minderheit der Fahrgäste genutzt würden), aber einen deutlich größeren Anteil der Gesamtbevölkerung darstellen, die Einzelfahrtentarife also deutlich das Bild des ÖV in der Gesellschaft prägen.

Wer jetzt allerdings auf dauerhaft günstigere Einzelfahrkarten hofft, freut sich vielleicht vergebens, denn eine andere Aussage des Artikels war, dass man sich mittelfristig auf ja keinen Fall die "Tarifergiebigkeit" verderben möchte:
Aktuell liegt der neue eTarif noch deutlich unterhalb des normalen Tarifes, um die Leute zum Umsteigen auf den neuen Tarif zu bewegen. Da ihn allerdings kurz noch der Einführung noch nicht all zu viele Fahrgäste nutzen (zumindest in der Annahme), wirkt sich das nur wenig auf die tatsächlichen Einnahmen aus. In dem Maße, in dem der eTarif-Anteil zunimmt, sollen die Preise aber entsprechend überproportional steigen, damit am Ende, wenn angenommenerweise nahezu alle den eTarif nutzen, das Preis- und Einnahmenniveau dem fortgeschriebenen heutigen Tarifniveau entspricht.

Die Grafik dazu war ungefähr:
Heute (2017): Ausgangsniveau Papiertarif 100 %, eTarif 80 %
Ziel (2030): hypothetischer Papiertarif ohne eTarif 137 %, eTarif ist 137 %, Papiertarif ist 155 %

Also, wenn man keinen eTarif anbieten würde, würden die Preise laut Planungen bis 2030 um ca. 37 % steigen. Mit dem eTarif werden die Preise zunächst um ca. 20 % gesenkt, steigen aber im Anschluss stärker als bisher, um bis 2030 wieder die 37 % ggü. dem heutigen Papiertarif zu erreichen. Da man den eTarif natürlich weiterhin als günstiger darstellen möchte, müssen in dem Fall auch die Papiertarife stärker erhöht werden und landen im dem Fall bis 2030 bei ungefähr +55 %. Im Anschluss sollen die Preise wieder in "normalem" Ausmaß steigen, wer aber in der Zeit bis 2030 die Tariferhöhungen für sich persönlich auf normalem Niveau halten möchte, ist dadurch effektiv gezwungen, auf den eTarif zu wechseln.

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