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 Betreff des Beitrags: Neue 2 System-Fahrzeuge ab 2024
BeitragVerfasst: 8. November 2017, 14:37 
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Karlsruher Verkehrsverbund hat geschrieben:
08.11.2017
Betreiber des „Karlsruher Modells“ wollen künftig gemeinsam Stadtbahnen bestellen

Eine Großbestellung von Zweisystem-Stadtbahnfahrzeugen statt mehrerer Einzelaufträge. Eine stellvertretende Zulassung statt mehrerer einzelner Verfahren: Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK), Saarbahn Netz GmbH, Kasseler Verkehrs Gesellschaft mbH, Schiene Oberösterreich, die Erms-Neckar-Bahn und die Regionaltangente West (Frankfurt/Main) beabsichtigen, künftig gemeinsam TramTrains bei einem Hersteller in Auftrag zu geben. Allen Unternehmen gemein ist die Nutzung des weltweit renommierten „Karlsruher Modells“ mit Zweisystem-Fahrzeugen, die innerstädtisch als Straßenbahn unterwegs sind und in der Region als Eisenbahn fahren. Um dieses Modell auch weiterhin wirtschaftlich halten zu können und sogar für neue Verkehrsunternehmen zu öffnen, wurde die Projektgruppe „VDV TramTrain“ gegründet.

Die Federführung des Projekts, das der Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begleitet, liegt bei Thorsten Erlenkötter von der AVG. Er beginnt in den kommenden Wochen mit der Erstellung eines Lastenhefts, das die Anforderungen an die Neufahrzeuge auflistet. „Idealerweise wollen wir im Herbst 2018 gemeinsam ausschreiben. Im Herbst 2021 soll dann das erste Fahrzeug ausgeliefert werden und der Zulassungsprozess sowie der Probebetrieb mit bis zu vier Fahrzeugen in den beteiligten Städten durchgeführt werden. Mit der Serienauslieferung soll Anfang 2024 gestartet werden“, berichtet Erlenkötter über den Zeitplan. Insgesamt sollen aus heutiger Sicht, wenn sich die Verkehrsverträge nicht grundlegend ändern, bis zu 300 TramTrains bestellt werden. Der Anteil von AVG und VBK ist mit rund 180 Fahrzeugen der größte unter den Projektteilnehmern. Ziel der beteiligten Unternehmen ist, durch die gemeinsame Bestellung ein Fahrzeug zu einem Stückpreis zu erzielen, der mehr als eine Million Euro unter dem heutigen Preis eines TramTrains liegt.

Die Verkehrsunternehmen wollen durch die Großbestellung Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich erreichen und das Zulassungsverfahren deutlich beschleunigen. Seit 2009 arbeiten sie an dem Projekt. Sie haben mit dem Vorstoß auf die Tatsache reagiert, dass der Fahrzeugpreis eines Zweisystemfahrzeugs gegenüber einem Vollbahnfahrzeug nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Durch die gemeinsame Bestellung können die einzelnen Unternehmen die Fahrzeuge aber wieder zu einem sehr attraktiven Preis erwerben und sichern das „Karlsruher Modell“ damit für die Zukunft ab. Weitere Verkehrsunternehmen haben bereits ihr Interesse an der Teilnahme bekundet. Diese Unternehmen sind an der Einführung des „Karlsruher Modells“ interessiert, das für sie durch die gemeinsame Beschaffung der Fahrzeuge deutlich an Attraktivität gewinnt.

Individuelle Anforderungen an die Fahrzeuge, die zum Beispiel durch unterschiedliche Bahnsteighöhen in den verschiedenen Städten und maximale Achslasten entstehen, sind kein Hindernis. Die TramTrains können in diesen Punkten an die jeweiligen Erfordernisse angepasst werden. „Man kann sich das vorstellen wie beim Kauf eines Autos. Wir bestellen ein Modell, das es dann als Zwei- und als Viertürer in verschiedenen Farben und mit entsprechendem Sonderzubehör geben wird“, erklärt Projektleiter Thorsten Erlenkötter die Vorgehensweise. Konkret soll ein gemeinsamer Wagenkasten mit demselben Antriebs-, Ausfall- und Sicherheitskonzept produziert werden. Dadurch können die Fahrzeuge einmalig zugelassen werden und alle weiteren ausgelieferten Bahnen werden dann nach dem sogenannten Konformitätsprinzip zugelassen. Auch das bringt eine erhebliche Kosten- und Zeiteinsparung.

Nach Inbetriebnahme der TramTrains ergeben sich durch die Konformität weitere Vorteile für die betreibenden Unternehmen. „Man kann gemeinsam Ersatzteile beschaffen, gemeinsame Experten zu Rate ziehen, eine Fahrzeugreserve anlegen und nicht zuletzt die Verhandlungsposition bei den Herstellern stärken“, zählt Projektleiter Thorsten Erlenkötter nur einige der Synergieeffekte auf. Bereits in einem frühen Projektstadium sind die beteiligten Unternehmen und der VDV auf die Fahrzeugindustrie zugegangen, die der Idee äußerst positiv gegenüber stand.


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 Betreff des Beitrags: Re: Neue 2 System-Fahrzeuge ab 2024
BeitragVerfasst: 8. November 2017, 17:41 
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Da geht es wohl hauptsächlich um den Ersatz der Bestandsflotte, Saarbahnwagen sind von 1996-2000, Kassel 2004/5 und auch die jüngsten GT8-100D wurden 2005 gebaut. Bei einer Einsatzzeit von 25-30 Jahren wären diese Fahrzeuge 2024-2030 zu ersetzen.

Nur die 180 Fahrzeuge für Karlsruhe scheinen etwas viel, außer ein Ersatz für die Niederflurer GT6 und 8-70D/N wäre auch darin enthalten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Neue 2 System-Fahrzeuge ab 2024
BeitragVerfasst: 8. November 2017, 18:07 
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GroßerGelberWagen hat geschrieben:
Nur die 180 Fahrzeuge für Karlsruhe scheinen etwas viel,
Jo, sind ja mehr als der aktuelle Bestand von rund 150 vom alten Hochflurer bis zum ET2010 ...
Oder man hofft, dass alle Wunschträume (BAD und div. andere) in Erfüllung gehen und man so mehr braucht, als man in paar Jahren im oberen Murgtal etc. "freigestellt" bekommt ...

GroßerGelberWagen hat geschrieben:
außer ein Ersatz für die Niederflurer GT6 und 8-70D/N wäre auch darin enthalten.
Warum sollte man Zweisystemer auf reinen Einsystemstrecken einsetzen? Wäre ja mit Kanonen auf Spatzen geschossen, es sei denn, man hofft auf eine billige abgespeckte Variante als Einsystemer ... Derzeit spricht die Tendenz aber eher gegen Vereinheitlichung, siehe Nichtalbtal- und Albtalvarianten des NET2012 ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Neue 2 System-Fahrzeuge ab 2024
BeitragVerfasst: 8. November 2017, 19:21 
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Mueck hat geschrieben:
es sei denn, man hofft auf eine billige abgespeckte Variante als Einsystemer

Das wäre jedenfalls meine Vermutung. Ersatz für 120 alte Zweisystemer und 70 alte Niederflurer, abzüglich wegfallender Zweisystemleistungen würden genau 180 ergeben.

Bei dem Bündnis scheint es ja vor allem um einen effizienteren Zulassungsprozess zu gehen, als das was beim ET2010 abgelaufen ist. Den gleichen Wagentyp mit und ohne Wechselstromausrüstung zuzulassen ist immer noch einfacher als zwei völlig verschiedene Fahrzeuge. DIe nächste Niederflurgeneration benötigt zwar nicht unbedingt eine EBO-Zulassung, aber wäre schön zu haben. Und evtl. findet man in Kassel auch Interessenten für Einsystem-EBO-Fahrzeuge


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 Betreff des Beitrags: Re: Neue 2 System-Fahrzeuge ab 2024
BeitragVerfasst: 8. November 2017, 20:10 
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In Karlsruhe würde gegen eine Einsystemvariante sprechen dass es sich um Zweirichtungsfahrzeuge handelt während in Karlsruhe im Einsystembereich nur mit Einrichtungsfahrzeugen gefahren wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Neue 2 System-Fahrzeuge ab 2024
BeitragVerfasst: 9. November 2017, 09:09 
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Beiträge: 1048
In der Übersicht zum Investitionsbedarf bis 2025 (Seite 5) von Anfang 2014 war für 2020/2021 schon ein angedachter Ersatz der ersten Lieferserie Niederflurwagen (20 Stück von 1996/97) angedeutet. Das würde dann jetzt ein paar Jahre später, aber völlig neu wäre das dann nicht.

Mueck hat geschrieben:
Derzeit spricht die Tendenz aber eher gegen Vereinheitlichung, siehe Nichtalbtal- und Albtalvarianten des NET201

Das kam aber wohl vor allem deswegen, weil der ursprüngliche Fahrzeugausführung völlig unerwartet die Begrenzung auf Schrittgeschwindigkeit beim Rückwärtsfahren aufgedrückt wurde. Von Anfang an geplant war das nicht unbedingt.

todeshase hat geschrieben:
In Karlsruhe würde gegen eine Einsystemvariante sprechen dass es sich um Zweirichtungsfahrzeuge handelt während in Karlsruhe im Einsystembereich nur mit Einrichtungsfahrzeugen gefahren wird.

Hängt davon ab, wie flexibel dieses Baukastensystem ausfallen soll. Bei der Bahnsteighöhe ist ja schon alles dabei: Das Karlsruher Gleichstromnetz hat 34 cm, Kassel und Saarbrücken (und wahrscheinlich auch die geplante Stadtbahn in Tübingen = Erms-Neckar-Bahn) auch irgendetwas in der Größenordnung, aber vielleicht nicht exakt gleich. Das Karlsruher Zweisystemnetz hat hingegen 55 cm, und von der Regionaltangente West habe ich mal irgendetwas von 96 cm gehört (und selbst wenn nicht, Frankfurt hat ansonsten im Stadtbahnnetz 80 cm, niedriger würde es also auf jeden Fall nicht). Letztere soll außerdem eventuell 50 m-Fahrzeuge bekommen, während der ganze Rest (inklusive vermutl. Tübingen) definitiv 37,5 m braucht.

Wie die Anforderungen in Linz (Schiene Oberösterreich) aussehen weiß ich nicht, aber es scheint da wohl um die Mühlkreisbahn zu gehen, die entweder teilweise umgespurt (die Straßenbahn Linz fährt auf 900 mm) und als Überlandstraßenbahn umgebaut werden sollte, oder alternativ (was wohl zu dieser Fahrzeugbestellung passen würde) auf Tram-Train umgestellt und über Dreischienengleise in die Linzer Innenstadt zum Hauptbahnhof (anscheinend auch mit Tunnelabschnitten) fahren soll. Zumindest öffentlich scheinen die Pläne aktuell aber wieder zu wackeln.

Wenn man schon so unterschiedliche Bahnsteighöhen und Fahrzeuglängen abdecken muss (zumindest die Breite dürfte überall 2,65 m sein, außer vielleicht Linz?), gibt das Fahrzeugkonzept dann hoffentlich auch Ein- und Zweirichtungsvarianten her - neben den im Karlsruher Netz eigentlich überflüssigen* Türen auf der linken Seite und dem Platzbedarf des zweiten Führerstandes (alles auf Kosten von (Sitz-)Plätzen) fällt bei Zweirichtungsfahrzeugen ja höchstwahrscheinlich auch die fünfte Tür pro Fahrtrichtung (Fahrgastwechselzeit, gerade im Stadtverkehr) im Mittelteil weg.

* Wobei man ja für die wieder abgeblasene Verlängerung der S2 Richtung Bruchsal/Waghäusel am Ende bereit gewesen wäre, doch Zweirichtungsfahrzeuge einzusetzen.

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